Muss die Nachbarskatze auf dem Auto geduldet werden?

Das Amtsgericht Bremen (Az. 19 C 227/16) hatte sich mit der Frage zu befassen, ob die Nachbarskatze auf dem Auto geduldet werden muss.

Geklagt hatte eine 79 Jahre alte Frau, deren Auto von einer Katze mehrfach durch Kratzer beschädigt worden war. Zudem hinterließ die Katze Pfotenabdrücke und Haare auf dem PKW. Die Klägerin installierte daraufhin eine Kamera, um den Übeltäter zu enttarnen. Ihre Videoauswertung ergab, dass der Täter die Nachbarskatze ist.

Die Klägerin verklagte ihren Nachbarn daraufhin auf Unterlassung. Der Beklagte leugnete vor Gericht jedoch, dass seine Katze die Schäden angerichtet hätte, weshalb das Amtsgericht Bremen ein DNA-analytisches Gutachten der Haare, die die Klägerin auf ihrem PKW gefunden hatte, einholte. Und dieses DNA-Gutachten überführte die Katze des Beklagten schließlich.

Das Gericht verurteilte den Beklagten, es zu unterlassen, das Fahrzeug der Klägerin durch ungehinderten Freilauf der von ihm gehaltenen schwarzen Katze zu beeinträchtigen.

Das Gericht führte aus, dass auf Grund des nachbarrechtlichen Rücksichtnahmegebots das Betreten eines Grundstücks durch eine Katze zu dulden sei. Weitergehende Beeinträchtigungen wie Lackkratzer seien davon aber nicht mehr gedeckt. Das regelmäßige Abdecken des Fahrzeugs, um Beschädigungen zu verhindern, sei der Klägerin nicht zumutbar.

Wie der Beklagte das nun aber seiner Katze verständlich machen soll, hat das Gericht leider offen gelassen.

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